diskussion bienensterben"Tut den Bienen was Gutes. Lasst Eure Gärten verwildern" - mit dieser Botschaft des Frankfurter Imkers Maik Zehm endete eine lebhafte und spannende Publikumsdiskussion während der Ökofilmtour in Wulkow. Zuvor lief im Speichercafé die RBB-Produktion "Das leise Sterben der Bienen und Schmetterlinge".

Die Dokumentation beschreibt anschaulich die Bedrohung der bestäubenden Insekten durch die Varoa-Milbe aber auch durch Insektizide in der Landwirtschaft und durch großflächige Monokulturen. 34 Bienen- und 20 Schmetterlingsarten seien allein in Brandenburg verschwunden. Arten wie die Scherenbiene, die auf die Blaue Glockenblume spezialisiert sind. Diesse Pflanzen sind in der aufgeräumten Landschaft allerdings nicht mehr zu finden. Die Folge: Die Insekten verhungern.

 Johannes Giebermann vom NABU in Frankfurt (Oder) berichtete in der anschließenden Diskussion von den Anstrengungen der Naturschützer in den Markendorfer Obstplantagen wieder Hecken- und Grünstreifen anzulegen um auch außerhalb der Obstblühzeiten Insektennahrung bereitzustellen und für Vielfalt zu sorgen. Imker Maik Zehm findet das im Prinzip ganz gut. Nur: "Wenn's in diesen Hecken blüht, sind wir mit unseren Bienen schon weitergezogen". Doch auch er bestätigte, was im vorangegangenen Film zu sehen war: Das Problem der "Grünen Hölle". Wenn die Blütezeit der Kulturpflanzen vorbei ist, die Insekten aber in der Wildnis keine Nahrung mehr finden. Gerade für die "Standimker" sei das ein großes Problem, so Zehm. Aber auch für Schmetterlinge, die keine Nahrung mehr finden. Statt Blühstreifen anzulegen, sollten Landwirte deshalb einfach mal ein paar Meter Randstreifen an den Feldern ungepflügt lassen, forderte der Imker. Aber auch Privatleute könnten etwas tun, ergänzte Johannes Giebermann. Insektenhotels bauen oder den Stubben eines gerodeten Obstbaumes liegenlassen . Der würde viele Strukturen haben, in denen Insekten leben können. In kleinen Feuchtstellen könnten sie Wasser finden. Mehr Unordnung also - darin waren sich Zehm und Giebermann einig.

Nicht beizukommen sei damit allerdings dem Problem der Varoamilbe. Der aus Asien eingeschleppte Parasit ist für den größten Teil des Bienensterbens im Land verantwortlich. 40 Prozent Verlust in diesem Jahr - das ist die Zahl, die Maik Zehm für den Landesimkerverband nannte.