gesperrter park wulkow kleinBleibt der Wulkower Gutspark auf unbestimmte Zeit eine verbotene Zone? Wahrscheinlich nicht! Nach dem öffentlichen Protestbrief von Vereinen und Parknutzern gibt es erste positive Signale aus Amtsverwaltung und Gemeinde. In einer Gesprächsrunde am Dienstagabend kam Amtsdirektor Friedemann den Forderungen der Unterzeichner entgegen. Er sicherte zu, nun beschleunigt an einer Teillösung zu arbeiten. Diese sähe so aus, dass der am schwersten geschädigte Bereich im Nordosten des Parks zunächst gesperrt bliebe. Die für die Nutzer wichtigen Areale wie Festwiese, Kräutergarten, Weg zum Ufo und Angelstelle sollen hingegen vorrangig bearbeitet werden.

 

Eine Garantie für eine baldige Öffnung ist das nicht, wurde in der Runde klar. Denn der bürokratische und finanzielle Aufwand ist erheblich. Der Gutspark ist Garten- und Bodendenkmal. Geschädigte Bäume müssen zunächst begutachtet werden, vor einer Fällung müssen Naturschutz- und Denkmalbehörden des Landkreises zustimmen. In der Vegetationszeit bedarf es Ausnahmegenehmigungen. Pflegearbeiten sind nur eingeschränkt möglich. Für viele der „Problembäume“ sind Fachfirmen vorgeschrieben. Ersatzpflanzungen müssen koordiniert werden.

Die zuständige Amtsmitarbeiterin Melanie Reich will den Baumgutachter nun darum bitten, sich zunächst auf den Bereich zu konzentrieren, der für eine Teilöffnung Vorrang haben soll. Immerhin: Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde sagten bei dem Treffen zu, gegebenenfalls sehr schnell zu entscheiden.

Am ehesten können sich vermutlich die Angler über eine Lösung freuen. Der Chef der Angelgruppe, Dietmar Prescher, berichtete, dass sich nur ein einziger Baum am Rande der Angelstelle befinde, der als gefährdet markiert wurde. Ordnungsamtsleiter Mike Bartsch will sich das nun an Ort und Stelle ansehen und gegebenenfalls die Absperrung verändern.

Unterstützende Signale kommen auch aus der Kommune. Bürgermeister Peter Heinl und Finanzausschussvorsitzende Monika Fritz sehen gute Chancen, dass die Stadtverordneten zusätzliche Mittel bereitstellen. Insgesamt stünde in diesem Jahr nur ein Zehntel des Budgets zur Verfügung, der für die Sicherheit des Parks gebraucht würde. Die Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato – sie hatte das Treffen initiiert– will recherchieren, ob es Unterstützung aus Landesmitteln geben kann.

Eine kosmetische Veränderung scheint sofort möglich: Die Sperrzäune an der Dorfstraße können weiter in den Park zurückgezogen werden. Amtsdirektor Friedemann ging mit dieser Zusage auf eine Kritik von Ortsvorsteher Wolfgang Gerlach ein, der sich über das verschandelte Ortsbild beklagte. Außerdem verhinderten die Zäune die Rasenpflege in diesen Bereichen. Die Folge: wucherndes Unkraut. Eine Änderung an diesen Stellen wäre kein Problem: Die Parkseite an der Dorfstraße ist bereits verkehrssicher gemacht worden.