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nachtfalter weiss„Die im Dunklen sieht man nicht“, zitierte Werner Weiß am Anfang seines Vortrags aus Brechts Dreigroschenoper. Um dann wenig später klarzustellen, wie sehr auch in der Welt der Nachtfalter verwirrende Ausnahmen die Regel bestimmen: Dass es zwar die Unterscheidung zwischen Nacht- und Tagfaltern gibt, aber viele tagaktive Schmetterlinge in Wirklichkeit Nachtfalter sind. „Was machen die also am Tag, hat man vergessen sie zu informieren, dass sie Nachtfalter sind?“, fragte der Biologe. Natürlich nicht: Unterscheidungsmerkmal, lernten die Zuhörer, sind nämlich die Flügel in der Ruhestellung: abgelegt auf dem Hinterleib gleich Nachtfalter, hochkant aufgestellt gleich Tagfalter – so die Formel.

Und natürlich sind sie „mehr als olle Motten“, sondern oftmals echte Schönheiten. Wie die von Werner Weiß fotografierten Widderchen. Einer aus dieser tagaktiven Nachtfalter-Familie schreckt mit seinen rotschwarzen Alarmfarben Vögel ab. Weil die wissen, dass diese Insekten pures Gift für sie sind. Und dann gibt es noch diese Trittbrettfahrer der Evolution. Die Weißfleckwidderchen etwa sind nicht weniger bunt. Doch täuschen sie ihre Giftigkeit damit nur vor. Außerdem sind sie gar keine Widderchen sondern gehören zu einer anderen Nachtfalterfamilie. Ein schöner Fall von Mimikry und eines von vielen spannenden Details aus einem unterhaltsamen und gleichermaßen informativen Vortrag des pensionierten Biologielehrers.

Werner Weiß‘ Wissen um die Natur vor unserer Haustür scheint unerschöpflich. Einen Teil hat er in seinen reich illustrierten Naturtagebüchern festgehalten. Im Speicherladen und im Buchhandel sind sie erhältlich.

Dieser Beitrag bezieht sich auf den Vortrag "Mehr als olle Motten", den Werner Weiß am 25.10.2019 im Ökospeicher Wulkow hielt.