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Stimmen aus dem Exil – literarisch-musikalischer Abend

10. Mai | 19:00 - 21:30

„Man verliert eine Heimat nach der anderen […]. Die Füße sind wund, das Herz ist müde, die Augen sind trocken.“ Joseph Roth

Das Thema Flucht und Exil ist gegenwärtig so präsent wie selten und ein Symptom zunehmender Krisen durch Kriege, globale Ungerechtigkeit und Klimawandel. Ende 2022 waren weltweit über 108 Millionen Menschen auf der Flucht, aber nicht alle finden ein Exil, viele werden zurückgeschickt oder sterben unterwegs, seit 2014 sind über 27.000 von ihnen im Mittelmeer ertrunken. Die Festung Europa macht zunehmend dicht.

Im Exil zu sein, ist eine seelische und soziale Ausnahmesituation, in die ein Mensch nicht freiwillig gerät, sondern durch Krieg und Verfolgung, oftmals mit der Ungewissheit, ob eine Rückkehr ins Heimatland jemals möglich sein wird. Das Exil ist und bleibt meist ein Ort des Fremdseins und existentieller Not. In der Zeit des 2. Weltkrieges, als zahlreiche Menschen, darunter Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller, Deutschland verließen, entstand eine facettenreiche Exilliteratur. Seit der Bücherverbrennung 1933 wurde bis auf wenige Ausnahmen fast die gesamte deutschsprachige Literatur ins Ausland verlegt. Ihr thematisches Zentrum ist das Leben in der Fremde als Zwischendasein, die Umstände der Flucht, die bisweilen absurde Jagd nach einem Pass und die Angst, das zunehmend besetzte Europa nicht mehr rechtzeitig verlassen zu können.

 

Exemplarisch hierfür steht Anna Seghers Roman „Transit“, in dem sie Erfahrungen ihrer langen Flucht nach Mexico und das irrsinnige Gewirr von Vorschriften über Pässe, Ausreisevisa und Transitvisa verarbeitet hat.

 

Im Programm werden aber andere namhafte Exilautoren wie Erich Maria Remarque, Joseph Roth und Bertold Brecht sowie Hans Natonek, Fritz Bürgel und Alfred Polgar zu Wort kommen – allesamt Chronisten ihrer Zeit, deren erzählerisches Spektrum sich zwischen Tragik und Komik bewegt. Der in vier thematische Abschnitte unterteilte Leseteil (Der Pass | Flucht | Exil | Erzfeind und Leichtigkeit) ist eng verflochten mit Liedern von Bertolt Brecht, Hanns Eisler und anderen.


MARIA JAMBORSKY
wird ausgewählte Texte lesen

 

musikalische Begleitung:

 

FRANK WISMAR (Gesang)


DAAN DRAGT
(Klavier)

Details

Datum:
10. Mai
Zeit:
19:00 - 21:30
Veranstaltungskategorien:
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